Weck den Bösewicht in dir! – Interview mit Anett Heilfort von frei.wild

von Stephan Holzapfel:

Böse Figuren sind das Salz in der Suppe einer Geschichte. Sie bringen den Helden in Schwierigkeiten, mischen die Handlung auf und sorgen so für Spannung. Doch egal ob Weltbeherrscher oder kleiner Fiesling – nicht jedem fällt es leicht, finstere Freaks und rücksichtslose Rabauken zu spielen. Schauspielerin Anett Heilfort (improvisiert bei frei.wild) gibt in diesem Interview konkrete Tipps. Sie berichtet von ihrem Bösewicht-Workshop „Breaking Bad“ und erzählt von ihrer eigenen Lust am böse spielen sowie den Fallstricken, die es dabei zu umschiffen gilt.

Hier ist ein kurzer Trailer zum Interview:

[audio:http://www.stephanholzapfel.de/Abspieler/BoeseTrailer.mp3|
titles= Trailer zum Bösewicht-Interview]

[Link zur Audiodatei „Trailer“]

Hier ist das komplette Interview:

[audio:http://www.stephanholzapfel.de/Abspieler/BoeseInterview.mp3|
titles= Interview „Bösewichter“ mit Anett Heilfort]

[Link zur Audiodatei „Interview“]

Stephan Holzapfel

Stephan Holzapfel

Stephan Holzapfel spielte lange bei den Unverhofften "Superheroes - nie waren Helden nötiger!".
Stephan Holzapfel

5 Gedanken zu „Weck den Bösewicht in dir! – Interview mit Anett Heilfort von frei.wild

  1. Schönes Interview, liebe Anett und lieber Stefan!
    Mich interessiert: Ist es wirklich eure Erfahrung, dass Improspieler davor zurückschrecken, Schurken zu spielen? (Wenn wir jetzt mal von Anfängern absehen.)
    Für mein Gefühl wimmelt es auf Improbühnen geradezu von Typen, die du, Anett, als „Disney-Schurken“ bezeichnest.
    Umgekehrt: Nette Menschen, die zufällig Verbrecher sind (wie „Der Pate“) oder um des Guten willen zum Bösen werden („Breaking Bad“) sieht man zu selten auf der Bühne. Und ich glaube auch nicht, dass die Zuschauer einem so etwas übelnehmen würden. Es muss eben „nur“ gut gemacht sein.
    Eine interessante Frage ist ja auch, wie der oder das Böse am Ende besiegt wird. Wenn die Brutalität auf der guten Seite überhand nimmt, bleibt ein schaler Geschmack zurück.
    Schön übrigens auch die von dir erwähnte Frage des Vertrauens: Ich muss mir sicher sein, dass meine Partner die Gegenposition einnehmen werden.

  2. Danke für deine Komplimente, interessierten Fragen und interessanten Anmerkungen.
    Ja, meine Erfahrung ist: es gibt eher selten Bösewichte, die über ‚Ich hab Dich betrogen, sie sind entlassen, ich ziehe aus…‘ hinaus gehen. Selbst gute ‚Disney-Bösewichte sind eher selten, Morde werden schnell und meist übertrieben gespielt. Die goldenen Impromomente wie Du sie beschreibst, der langsame Wechsel von gut zu schlecht oder böse sein um des Guten willen, sind so gut wie nie zu bewundern.
    Da all das riesigen Spaß macht sowohl den Spielern als auch Zuschauern, biete ich diesen Workshop an.

  3. Ich habe nicht so wahnsinnig viel Erfahrung, aber ich habe manchmal den Eindruck, dass viele Bösewichter zu oberflächlich sind. Die Spieler machen zwar, was ein Böser macht, aber sie fühlen es nicht, sie bleiben innerlich distanziert und sind nicht wirklich in Kontakt mit ihren negativen Gefühlen. Dadurch wirkt das Böse kraftlos.

    Zum Besiegen des Bösen: In vielen Geschichten tötet der Held gar nicht selbst, sondern der Schurke stürzt runter, wird von einem Stein erschlagen usw.

    Grundsätzlich ist es denke ich so, dass der Held an der Gewalt leidet, auch wenn er sie anwendet, der Schurke jedoch empfindet daran Lust.

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